Reportage
Datum: 30.01.2025
© Denise Zegenhagen
Sanftes Abendlicht hüllt Sommerhausen in warmes Gold.
Selbst an kühlen Wintertagen lohnt sich ein 🔗 Spaziergang
durch die Weinberge. Die Winzer – wie am Ölspiel – sind
längst wieder mit der Arbeit im Rebstock beschäftigt.
Der im Herbst geerntete Wein ruht derweil still in den Fässern, während die klare Wintersonne die Landschaft in ein sanftes, goldenes Licht taucht. Sommerhausen ist auch im Januar einen Besuch wert – sei es für eine Weinprobe, einen Spaziergang
durch die winterlichen Weinberge oder eine der vielen geführten Touren. Mehr Infos zu Erlebnissen und Veranstaltungen hier: 🔗 Tourist-Information Sommerhausen1 [1].
Weingut am Ölspiel – Geschichte & Leidenschaft
Eingebettet in die Weinberge liegt das 🔗 Weingut am Ölspiel2, verwurzelt im mainfränkischen Boden – mit einer
Geschichte, die bis ins Jahr 1651 zurückreicht. Doch Geschichte allein macht noch keinen guten Wein: Es ist die
Leidenschaft der Familie Schwarz, die jede Flasche mit Leben füllt [2].
In der gemütlichen Weinstube herrscht eine einladende Atmosphäre. Auf den Tischen stehen liebevoll arrangierte
Tulpen, die das frühlingshafte Ambiente unterstreichen. Der Raum ist erfüllt vom Duft reifer Trauben, würzigem
Holz und einer feinen mineralischen Note – eine Einstimmung auf die bevorstehende Verkostung
Weingenuss mit Geschichte
Die Weinprobe folgt einem bewährten, aber flexibel gestalteten Ablauf, der Raum für persönliche Vorlieben und Neugier
lässt. Christian Schwarz leitet die Verkostung einer geselligen Runde, die sich an dem langen Holztisch versammelt hat.
Während der erste Wein eingeschenkt wird, füllt sich der Gastraum weiter. Eine größere Gruppe trifft ein, die von
Konrad Schwarz, dem Vater des Winzers, durch die Weinprobe geführt wird. Die heitere Stimmung verbreitet sich im
gesamten Raum – eine gesellige Atmosphäre, die sich perfekt mit dem Genuss der Weine verbindet.
Die Verkostung beginnt
Zum Auftakt wird ein spritziger Secco Rosé serviert.
„Der Unterschied zwischen Secco und Sekt ist eigentlich ganz simpel: Beim Secco wird die Kohlensäure
künstlich zugesetzt, während beim Sekt das Prickeln durch natürliche Flaschengärung mit Hefe entsteht“,
erklärt Christian Schwarz.
Mit einem Augenzwinkern vergleicht er die Kohlensäure-Anreicherung humorvoll mit einem Sodastream – was sofort
für Gelächter sorgt. Eine Frage aus der Runde bringt alle zum Schmunzeln: „Kann man dann nicht einfach selbst Wein
mit dem Sodastream sprudeln?“ Christian schmunzelt und schüttelt den Kopf. „Ganz so einfach ist das nicht. Der hohe
Druck könnte die Aromen des Weins verändern, und außerdem entsteht die Kohlensäure beim Sekt durch eine natürliche zweite Gärung – das kann ein Sodastream nicht nachbilden.“
Es folgt der Silvaner Gutswein „Konrad“, ein Wein mit ausgezeichnetem Trinkfluss. Dazu wird eine üppige Brotzeitplatte gereicht, die mit Wurst, Schinken, Käse, Obatzda, sauren Gurken, Paprika und verschiedenen Brotsorten keine Wünsche offen lässt. Anschließend werden ein eleganter Riesling und zwei Scheureben verkostet – eine trocken, die andere lieblich. Die geschmackliche Bandbreite sorgt für einige Überraschungen: „Ich hätte nicht gedacht, dass mir der süßere so gut schmeckt“, stellt eine Teilnehmerin erstaunt fest.



© Denise Zegenhagen
Weinberge und Kellergeheimnisse
Gesellige Weinprobe im Weingut am Ölspiel – Gäste genießen Weißwein, Secco Rosé und eine fränkische Brotzeit.
Bevor es mit der nächsten Runde weitergeht, lädt Christian Schwarz zu einer kleinen Entdeckungstour durch das
Weingut ein. In der Brennerei werden edle Destillate hergestellt.
„Ein Brand ist immer von höherer Qualität als ein Geist“, erklärt er. „Beim Geist werden die Früchte lediglich
in hochprozentigem Alkohol eingelegt – ähnlich wie bei den trendigen Ginsorten. Beim Brand hingegen
entsteht der Alkohol direkt aus den Früchten selbst.“
Anschließend wird die Filtrieranlage präsentiert.
„Hier wird der Wein vom Weinstein befreit. Deshalb findet man in modernen Weinen kaum noch Weinstein, was sie besonders klar macht.“
Die Tour führt weiter in die Schatzkammer des Weinguts – den kühlen Weinkeller mit imposanten Holz- und Barriquefässern.
„Die Fässer müssen immer bis zum Rand gefüllt sein“, erklärt Christian. „Der Wein atmet durch das Holz, aber zusätzlicher Sauerstoff darf nicht an ihn gelangen.“
In der Schatzkammer lagern auch besondere Weine aus guten Jahrgängen. Eine Flasche aus dem Jahr 2000 ist
sorgfältig dokumentiert. Die älteste Flasche im Keller stammt aus dem Jahr 1934 – zu der Christian anmerkt:
„Dieser ist aber sehr wahrscheinlich nicht mehr trinkbar.“




© Denise Zegenhagen
Christian Schwarz erklärt im Weinkeller seines Weinguts die Lagerung und Reifung der Weine in Barriquefässern
Der besondere Charakter der Lagenweine
Die Premiumlage Ölspiel prägt den Charakter der Weine.
„Ölspiel steht für besondere Qualität“, erklärt Christian. „Der Muschelkalk verleiht den Weinen diese
typischen mineralischen Aromen, die viele sofort mit unserer Region verbinden.“
Besonders eindrucksvoll ist der Spätburgunder trocken – ein Rotwein, der sich durch seine Leichtigkeit und feine Aromatik auszeichnet und sich deutlich von den schweren Rotweinen aus Italien oder Spanien unterscheidet.
Christian ergänzt:
„Unser 2020er Ölspiel Frühburgunder trocken Reserve wurde mit dem Deutschen Rotweinpreis ausgezeichnet. Bei der Blindverkostung von 1.360 Rotweinen konnte er sich den ersten Platz sichern
– eine großartige Bestätigung unserer Arbeit.“
Weitere Informationen zur Auszeichnung gibt es hier: 🔗 TV Mainfranken3 [3].
Edles aus heimischem Obst
Neben Wein widmet sich das Weingut auch der Herstellung von hochwertigen Destillaten aus Zwetschgen und Mirabellen.
„Ein guter Obstbrand ist die Königsdisziplin der Destillation“, erklärt Christian. „Die Früchte stammen aus eigenem
Anbau, werden schonend verarbeitet und im Winter mit großer Sorgfalt destilliert – das ist die reine Essenz der
Natur, ganz ohne Zusätze.“
Der krönende Abschluss
Zum Abschluss der Weinprobe kann jeder ein letztes Getränk wählen. Ein aromatischer Quittenlikör, der fränkische Haselnussgeist oder die Williams Christ Birne stehen zur Auswahl.
Besonders spannend ist das Edeldestillat Spitzzwetschge aus der „Alten Hausbrennerei“, eine limitierte Edition mit
nur 417 Flaschen.
„Das ist wie ein guter Cognac – perfekt für besondere Anlässe.“



© Denise Zegenhagen
Gäste genießen eine gesellige Weinprobe in der gemütlichen Weinstube des Weinguts am Ölspiel.
Fazit
Nach mehreren genussvollen Stunden klingt der Abend aus – eine Weinprobe voller Geschmack, Wissen und geselliger Momente. Die Weinprobe war nicht nur eine Reise durch verschiedene Rebsorten, sondern auch ein Einblick in die
Leidenschaft und das Handwerk der Winzer.
Doch dies war nur ein Vorgeschmack auf die Vielfalt, die Sommerhausen zu bieten hat. Neben diesem Weingut gibt es
viele weitere 🔗 Winzer & Weingüter4, die entdeckt werden wollen – jeder mit seiner eigenen Handschrift und Geschichte.
Wer noch mehr erleben möchte, findet auf unserer 🔗 SERVICE-Seite weitere Tipps für unvergessliche Erlebnisse in der Region [4].
Quellen
1 Tourist-Information Sommerhausen (2025). Abgerufen von:
https://www.sommerhausen.de/de/tourismus am 28.02.2025
2 Weingut am Ölspiel (2025). Abgerufen von:
https://www.xn--weingut-am-lspiel-9zb.de/index.php am 28.02.2025
3 TV Mainfranken (2025). Sieger beim Deutschen Rotweinpreis – Weingut am Ölspiel. Abgerufen von:
https://www.tvmainfranken.de/sieger-beim-deutschen-rotweinpreis-weingut-am-oelspiel-aus-sommerhausen-335324/ am 28.02.2025
4 Sommerhausen (2025). Winzer & Weingüter. Abgerufen von:
https://www.sommerhausen.de/de/tourismus/erleben/winzer-weingueter am 28.02.2025